Frühjahrskonzert 2009

Südkurier vom 14.04.2009

 Stehende Ovationen für Paul Merz

Paul Merz wurde für 70 Jahre aktives Musizieren mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant ausgezeichnet. “Eine außerordentliche Leistung”, so Verbands-Vizepräsident Armin Schwarz und verbeugte sich vor dem Jubilar. “Wir sind stolz auf Sie”, meinte Bürgermeister Matthias Baumann. “Standing Ovationens” begleiteten die Übergabe einer Holztafel durch die Vorsitzende Angelika Sedlak. “Ich wünsche mir, dass sich alle jungen Musiker ein Beispiel an dir nehmen.”

Paul Merz

Paul Merz (Mitte) stand im Mittelpunkt des ihm gewidmeten Frühjahrskonzerts der Blumberger Stadtkapelle. Verbands-Vizepräsident Armin Schwarz überreichte ihm für 70 Jahre aktives Musizieren die Ehrennadel in Gold mit Diamant. Natürlich bekam er auch von der Vorsitzenden Angelika Sedlak ein Geschenk überreicht. Bilder: Müller

Blumberg – Das Frühjahrskonzert der Blumberger Stadtkapelle am Ostersamstag in der ausverkauften Stadthalle war etwas ganz Besonderes. Die Musikerkollegen mit Michael Jerg an der Spitze widmeten den Streifzug durch die Film- und Musicalgeschichte unter dem Motto ”Ein Leben für die Musik” ihrem Paul Merz, und der über 70 Jahre instrumental geschliffene Diamant glänzte wie immer mitten unter ihnen, als wenn nichts wäre. “Wie suscht au”, antwortete der Jubilar noch vor Konzertbeginn auf die Frage, wie er sich fühle. Dabei waren viele gekommen, um dem Ehrendirigenten für seine Verdienste um die Blasmusik allgemein und für die Stadtkapelle Blumberg speziell persönlich zu danken. Unter ihnen auch die ehemalige Abgeordnete Christa Lörcher und Verbands-Ehrendirigent Wolfgang Kunzelmann.

Noch vor der Ehrung kündigte Angelika Sedlak nach einem viel zu langen Winter einen anspruchsvollen, legeren Konzertgenuss an. “Jedes Stück hat seinen eigenen Charakter, vielleicht können Sie sich irgendwo selbst wiederfinden”, forderte die Musikerchefin die Zuhörer auch zum Miterleben auf. Dann übernahm Bernd Kühl das Wort: Witzig, spritzig und vor allem lehrreich kündigte der Posaunist die Stücke an. Mit einer von Tempowechseln bestimmten “Symphonic Overture” starteten die Jerg-Schützlinge in den lauen Vorsommerabend. Dabei kam erstmals das Cello von Astrid Heider zum Einsatz. Das bekannte Broadway-Musical “Die Hexen von OZ” lieferte die Noten für einen abwechslungsreichen Streifzug durch die Märchenwelt – unheimlich und verzaubernd zugleich.

Deutlich war aus dem Spiel der Musiker der watschelnde Gang des mit Melone, Bambusstock und Bart ausgestatteten “Charlie Chaplin” zu hören und zu sehen. Der berühmte Hollywood-Komiker hatte auch als Musiker und Komponist Erfolg, wie die Kostprobe der Blumberger Stadtkapelle deutlich machte. Maurice Jarre, erst vor zwei Wochen verstorben, war einer der berühmtesten Filmmusik-Komponisten überhaupt und machte sich mit der “Schiwago-Melodie” unsterblich. Beim Wüstenklassiker “Lawrence von Arabien” stellte er die Musiker vor eine schwere aber hörenswerte Aufgabe.

Die Querflöten von Melanie Kindler und Nicole Münch spielten die Hauptrolle bei dem Abstecher in die keltische Mythologie. Die beiden Solistinnen ließen ihre Finger über die Holzblasinstrumente fliegen und entlockten ihnen bezaubernde Töne. Mit einem tosenden Beifall und ersten Bravo-Rufen ging es in die Pause.

Querflöten

Mit ihrem Flötenspiel begeisterten Melanie Kindler und Nicole Münch.

Beeindruckende (Klang-)Bilder aus dem ewig sonnigen Kalifornien lieferte die Stadtkapelle danach. Die abwechslungsreiche Reise führte entlang der Westküste über Hollywood nach Los Angeles. Die dramatische Liebesgeschichte zwischen einem überdimensionalen Gorilla und einer weißen Frau erzählt der Monsterfilm “King Kong” – entsprechend pompös und beeindruckend die zugehörige Musik. Eine Hommage an einen wohl einmaligen Jazz-Komponisten, -Pianisten und -Bandleader und “Ragtimer” war das temperamentvolle Stück “Duke Ellington”.

Viel zu erzählen hatten sich die “Irischen Waschweiber” und manchmal ging es dabei auch instrumental drunter und drüber. “Ein Tag nicht gelacht, ist ein Tag nicht gelebt”, unter diesem Motto machten Dick und Doof ihre Späße.

Mit zwei stürmisch geforderten Zugaben, darunter ein Michael Jackson-Medley als Vorgeschmack auf das Comeback des “King of Pop” machten die Musiker dem offiziellen Teil ein Ende. Natürlich wollten sie so schnell wie möglich mit ihrem Jubilar anstoßen – wie sagte die Vorsitzende bei der Ehrung zu Paul Merz: ”Was wären die Nachfeiern ohne dich!” Also wünschten die Kollegen dem bald 82-Jährigen (am 17. April) vor allem Gesundheit.

Blumen für den Dirigenten

Mit einem Blumenstrauß wurde Dirigent Michael Jerg überrascht.

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